Darf man das?

23 Jan

Darf man das? – das Frage ich mir seit einigen Tagen. Letzte Woche bin ich das erste Mal auf das Thema aufmerksam geworden: Ein britischer Verleger will Auszüge aus Hitlers Mein Kampf, mit Kommentaren versehen, als Zeitschrift auf dem deutschen Markt veröffentlichen. Ich glaube sogar noch diese Woche. Seitdem habe ich mehrere Berichte zum Thema in TV und Internet gefunden. Die Meinungen darüber sind unterschiedlich, doch wie ich herauslesen konnte, ist ein Großteil der Meinung: ja man darf!

Und dieser Meinung kann ich mich nur anschließen. Seit nunmehr fast 70 Jahren hält die bayerische Regierung das Buch unter Verschluss. Googelt man jedoch, kommt man leicht an den Originaltext heran. Und ich finde da ist auch nichts dabei. Es handelt sich nun mal um ein historisches Dokument. Das darin ein wahnsinniger seine Gestörten Wahrheiten preisgibt, ist uns sicherlich allen bewusst. Aber warum haben manche so große Angst davor dieses Buch zu veröffentlichen? Ich bin mir sicher, dass unsere Gesellschaft gefestigt genug ist, um dieses Buch zu lesen, ohne in alte Überzeugungen zurück zu fallen. Macht ein Verbot das Buch nicht auch viel geheimnisvoller und interessanter als es eigentlich ist?

Ich stehe der Veröffentlichung jedenfalls sehr positiv gegenüber, vor allem wenn eine Ergänzung durch Kommentare von Historikern stattfindet. Dieser Teil gehört nun mal zu unserer Geschichte – egal wie wahnsinnig und verrückt er ist. Ich denke eine objektive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit gehört zu einer aufgeklärten Gesellschaft.

Habt ihr auch schon davon gehört? Wie ist eure Meinung?

Wochenrückblick #03 2012

22 Jan

Gelesen


  • José Saramago: Die Reise des Elefanten
  • Barbara Wood: Spur der Flammen

Rezensiert


Neu im Bücherregal


  • Simon Wood: Abgezockt
  • Jaques Berndorf: Mond über der Eifel
  • Jan-Erik Fjell: Der stumme Besucher
  • Barbara Wood: Spur der Flammen
  • Raymond Khoury: Dogma
  • Holger Karsten Schmidt: Isenhart

Lieblingszitat


„Im Grunde ist die Geschichte nicht nur selektiv, sondern auch vorurteilsbehaftet, denn sie entnimmt dem Leben nur das Material, das sie interessiert und das von der Gesellschaft als historisch erachtet wird, während sie den ganzen Rest, der vielleicht die wahre Erklärung für die Fakten und Dinge, für diese verdammte Realität liefern könnte, missachtet.“

Und sonst?


Diese Woche habe ich mich sehr über mein Überraschungspaket gefreut. Gleich 6 Bücher haben den Weg zu mir gefunden. Ganz besonders freue ich mich über Isenhart. Schon lange habe ich dieses Buch ins Auge gefasst, nur zum Kauf konnte ich mich bisher nicht durchrringen, aber das hat sich ja jetzt erledigt.
Kennt ihr eines meiner neuen Bücher oder habt vielleicht schon eins davon gelesen? Bis auf Dogma sind mir die anderen unbekannt.

Mit Barbara Woods Spur der Flammen habe ich diese Woche bereits begonnen. Ich bin sehr zwiegespalten was das Buch angeht. Der Anfang war doch sehr schnulzig und gefühlsduselig, allerdings lässt es sich sehr flott lesen. Es ist jedenfalls nicht die typische Literatur, die ich sonst lese. Mittlerweile herrscht zwar eine gewisse Spannung, aber richtig überzeugen konnte mich das Buch noch nicht. Wie steht ihr denn zu den Büchern von Barbara Wood?

Das war es an dieser Stelle von mir. Vielleicht schaffe ich es heute noch ein bisschen Hörbuch zu hören :)

Ich wünsche euch noch einen entspannten Restsonntag!
Die Leserin.

Die Reise des Elefanten.

21 Jan

José Saramago
Die Reise des Elefanten

Fester Einband: 235 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 29.06.2010
ISBN 9783455402797
19,95€
Genre: Gegenwartsliteratur

Portugal im 16. Jahrhundert: Der Elefant Salomon und sein Mahut Subhro führen ein unscheinbares Leben am portugieischen Königshof, bis eines Tages Johann III. und seine Gemahlin Katharina von Kastilien auf die Idee kommen, ihrem Vetter Erzherzog Maximilian von Wien den Elefant zum Geschenk zu machen. Für das exotische Tier und seinen Hüter beginnt eine turbulente Reise quer durch Europa, bei dem der Autor auf wunderbare Weise Fiktion und Realität miteinander verknüpft.

„Die Vergangenheit ist eine riesige Steinwüste, die viele am liebsten wie auf einer Art Autobahn durchqueren, während andere geduldig von Stein zu Stein wandern und jeden einzelnen hochheben, weil sie wissen müssen, was sich darunter befindet.“

Die Reise des Elefanten vom verstorbenen Nobelpreisträger José Saramago beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich wohl so oder so ähnlich zugetragen hat. Aber natürlich lässt es sich der Autor nicht nehmen, seine ganz eigenen Gedanken und Ideen hineinfließen zu lassen. Mit viel Ironie betrachtet er die verschiedenen Charaktere, die uns im Verlauf der Geschichte begegnen. Immer dabei sind natürlich der Elefant Salomon und sein indischer Pfleger, dessen offizielle Bezeichnung Mahut ist. Der Mahut ist ein durchtriebener Kerl, der sein Herz jedoch am rechten Fleck zu haben scheint. Er kümmert sich liebevoll um den gutmütigen und gefrässigen Elefanten.

Das Buch setzt eher auf die leisen Töne. Den Leser erwartet keine unheimlich spannende Geschichte, sondern eher eine kluge Aueinandersetzung mit der Geschichte und den menschlichen Schwächen. Humor kommt dabei nicht zu kurz. Allerdings gab es den ein oder anderen Abschnitt, der mich Zwang ein paar Zeilen zu überfliegen. Zu langatmig wurden die Ausführungen von Saramago.

„Im Grunde ist die Geschichte nicht nur selektiv, sondern auch vorurteilsbehaftet, denn sie entnimmt dem Leben nur das Material, das sie interessiert und das von der Gesellschaft als historisch erachtet wird, während sie den ganzen Rest, der vielleicht die wahre Erklärung für die Fakten und Dinge, für diese verdammte Realität liefern könnte, missachtet.“

In meinen Augen war José Saramago ein Philosoph, der es verstand seine klugen Weisheiten in seine Geschichten hineinzuweben. Sein Schreibstil ist gewohnt ausschweifend und anspruchsvoll, aber dennoch angenehm zu lesen.

Fazit:
Die Reise des Elefanten von José Saramago ist sprachlich gesehen ein weiteres Meisterwerk des Autors, allerdings konnte mich das Buch inhaltlich nicht völlig überzeugen. Einige Abschnitte waren mir zu ausschweifend. Dennoch verbirgt sich hinter diesem Werk eine originelle Idee und eine scharfe Analyse menschlicher Schwächen. Das Lesen lohnt sich auf jeden Fall.

Bewertung:

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Die Krux mit den Hörbüchern.

18 Jan

Ich hatte ja angekündigt, dass ich dieses Jahr unbedingt mehr Hörbücher hören möchte und habe jetzt sogar ein Audible-Abo, mit dem ich sehr zufrieden bin. Allerdings komme ich einfach nicht voran. Es sind die alten Probleme: ich komme einfach nicht zum hören oder bin zu unaufmerksam, dabei finde ich Hörbücher wirklich toll.

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, höre ich momentan das neue Buch von Umberto Eco. Nach den ersten 2 Stunden bin ich auch wirklich begeistert – die Geschichte ist spannend, der Sprecher passend und angenehm. Doch trotzdem komme ich nicht voran. Wenn ich dann mal höre, lasse ich mich einen Moment ablenken und schon bin ich aus dem Kontext raus. Und dann fehlt mir ein wichtiger Teil und ich muss das Kapitel noch einmal hören. Wie sich der geneigte Leser vorstellen kann, ist dieses Vorgehen denkbar ungünstig.

Und deshalb brauche ich euch! Habt ihr gute Tipps und Tricks, wie man effektiver Hörbücher hören kann? Ich würde mich über ein paar hilfreiche Kommentare freuen! Oder geht es euch vielleicht genau so? Ich bin gespannt.

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Wochenrückblick #02 2012

15 Jan

Gelesen


  • Friedrich Ani: Süden
  • José Saramago: Die Reise des Elefanten

Rezensiert


Neu im Bücherregal

  • José Saramago: Die Reise des Elefanten
  • Tanja Kinkel: Die

Lieblingszitat


„Die Vergangenheit ist eine riesige Steinwüste, die viele am liebsten wie auf einer Art Autobahn durchqueren, während andere geduldig von Stein zu Stein wandern und jeden einzelnen hochheben, weil sie wissen müssen, was sich darunter befindet.“

Gefragt


Warum gibt es so viele historische Romane, die eine scheinbar tragische Titelheldin haben und immer nach dem selben Muster gestrickt sind? Irgendwie nerven mich solche Bücher. Und in den Buchläden sind die Regale voll damit …

Und sonst?


Nach der zweiten Lesewoche bin ich noch voll im Soll was die 50 Bücher in einem Jahr angeht – was für eine Leistung! Ich würde gerne mehr lesen, aber abends nach der Arbeit schaffe ich meistens nicht mehr als 1 Stündchen und die Wochenenden sind auch oft verplant.
Meinem aktuellen Hörbuch habe ich mich auch lange nicht mehr gewidmet, dabei ist Der Friedhof in Prag bis jetzt sehr interessant.

Nächste Woche erwartet mich ein großes Überraschungspaket mit Büchern. Das ist nicht gut für meinen SUB, aber sehr wohltuend fürs Gemüt ;) Ich bin schon so gespannt, was ich darin finden werde. Mehr dazu gibt es in einer Woche an gleicher Stelle.

Ich wünsche euch noch einen entspannten Restsonntag!
Die Leserin.

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