Die Millennium-Trilogie, Teil 1: Verblendung.

27 Mrz

Stieg Larsson
Verblendung

688 Seiten
Heyne, 1. März 2006
Gebundene Ausgabe

ISBN: 9783453011816

Es ist der 82. Geburtstag des pensionierten Unternehmers Henrik Vanger, als ihn zum wiederholten Male ein anonymes Päckchen mit einer getrockneten Blüte erreicht. Vanger vermutet hinter dieser Aktion den mutmaßlichen Mörder seiner Nichte Harriet. Doch wurde Harriet wirklich umgebracht? Anfang der 60er Jahre verschwand sie spurlos – ihre Leiche wurde niemals gefunden. Um dieses Geheimnis endlich zu lüften, engagiert Henrik den Journalisten und Mitherausgeber der Zeitschrift Millennium, Mickael Blomkvist. Dieser sieht in dem Auftrag eine willkommene Abwechslung – wurde er doch erst zu einer dreimonatigen Haftstrafe verurteilt, weil er in eine Falle tapte und angeblich die Unwahrheit über den Großindustriellen Hans-Erik Wennerström veröffentlichte. Bei seinen Recherchen wird der Journalist von der jungen Reseacherin und Hackerin Lisbeth Salander unterstützt. Zunächst scheinen ihre Forschungen ins Leere zu laufen, doch dann dringen die beiden immer mehr in die Geheimnisse der Familie Vanger ein. Es offenbart sich eine schreckliche Serie von Verbrechen, die bis in die heutige Zeit andauert. Sie ist der Grund für Harriets verschwinden …

Verblendung ist die Eröffnung der Millennium-Trilogie – einer Trilogie, die sich um den Journalisten Mickael Blomkvist, die Zeitschrift Millennium und die Hackerin Lisbeth Salander dreht. Mit den beiden Protagonisten stehen sich zwei völlig gegensätzliche Charaktere gegenüber.
Blomkvist ist ein smarter, gut aussehender Journalist in der Mitte der Vierziger. Er liebt Frauen und Frauen lieben ihn. Seine bisher erfolgreiche Karriere erhielt durch die Wennerström Affäre einen herben Dämpfer. Doch mit dieser Niederlage will er sich langfristig nicht geschlagen geben. Während seiner Ermittlungen im Fall Vanger behält er Wennerström immer im Hinterkopf. Er weiß, dass dieser Mann Unrecht begangen hat. Mickael hat ganz bestimmte moralische Vorstellungen und nach diesen handelt er auch.
Ähnlich verhält es sich bei der schmächtigen, 1,50 Meter großen Lisbeth Salander. Allerdings sehen ihre Vorstellungen von Moral etwas anders aus. Sie gibt nur wenig Privates von sich preis, hat kaum Freunde und vermeidet jeglichen Kontakt mit öffentlichen Behörden – Lisbeth regelt ihre Probleme auf ihre ganz eigene Art und Weise. Sie ist anders als andere. Wegen Gewaltausbrüchen und einem Aufenthalt in einer Psychiatrie während ihrer Jugend, wird sie, trotz ihrer 25 Jahre, von einem rechtlichen Betreuer überwacht.
Äußerlich sieht Lisbeth wie ein Teenager aus, sie ist gepierct und tätowiert. Es scheint abwegig, dass ein erwachsener Mann sich für sie interessieren könnte, aber Mickael tut es. Während ihrer Zusammenarbeit finden die beiden zueinander – sie werden Freunde. Für Lisbeth, die sich eigentlich nie jemanden anvertraut, ist es sogar mehr. Sie ist sich allerdings sicher, dass ihre Liebe einseitig ist.

Neben der spannenden Geschichte um die Familie Vanger und der wachsenden Beziehung zwischen Lisbeth und Mickael, verweist Larsson auch auf Misstände in der Wirtschaft und thematisiert Rassismus in Schweden. Diese Tatsache wundert kaum – war er doch ein bekannter Experte für antifaschistische, rechtsextreme und neonazistische Bewegungen.

Stieg Larssons Schreibstil ist angenehm und flüssig. Allerdings scheint er ein wenig vernarrt in die Beschreibung von technischen Geräten. Es gibt nicht bloß einen PC oder Laptop – es ist ein Powerbook mit 17 Zoll Bildschirm.
Der Spannungsboden ist ihm gut gelungen. In den Momenten, in denen es scheint langweilig zu werden, ertönt der nächste Paukenschlag und man kann gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Fazit:
Diese Kombination aus Gesellschaftskritik, Zusammenstellung interessanter Charaktere und absurder Geheimnisse rund um die Familie Vanger bietet eine unheimlich spannende Mischung. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen, weil ich einfach wissen musste, wie all das passieren konnte. Volle Punktzahl.

Bewertung:

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Eine Antwort to “Die Millennium-Trilogie, Teil 1: Verblendung.”

  1. Clee April 3, 2011 um 12:37 am #

    Na gut – na gut … überzeugt! xD
    Das Buch wandert auf meinem SuB ein ganzes Stück weiter nach oben! xD

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