Strindbergs Stern.

30 Aug

Jan Wallentin
Strindbergs Stern

508 Seiten
Fischer, 21. März 2011
Hardcover

ISBN: 9783100905147

Bei einer Tauchtour in einem längst vergessenen Bergwerk macht Erik Hall einen unglaublichen Fund: Eine Leiche hält ein ungewöhnliches Kreuz aus unbekannten Material in ihren Armen. Der Taucher entwedet das Kreuz und benachrichtig die Polizei. Natürlich bekommt die Presse davon Wind und plötzlich scheinen sich alle für den seltsamen Fund zu interessieren. Nur einer nicht – Don Titelman. Erik Hall versucht vergeblich sich mit dem Professor für Geschichte und Symbolik in Verbindung zu setzen. Als Don Titelman endlich nachgibt und sich auf den Weg zu dem Taucher begibt, findet er nur noch seine Leiche. Und plötzlich beginnt eine heiße Jagd, bei der es um Leben und Tod geht …

Es fällt mir sehr schwer dieses Buch zu bewerten. Irgendwie liegt es zwischen Gut und Böse. Aber warum?

Erst einmal möchte ich ein Lob für die tolle Aufmachung aussprechen. Das war mal wieder so ein Buch, dass man sieht und einfach lesen möchte. Es handelt sich um ein Hardcover mit gut gestalteten Schutzumschlag.

Doch nun zum Inhalt. Ich habe schnell Zugang zu dem Buch gefunden. Der Anfang ist sehr vielversprechend und spannend, der Schreibstil schlicht und flüssig. Schnell wird klar, dass hier ein unfassbares Geheimnis im Mittelpunkt steht. Doch irgendwann kam der Moment, an dem ich mich das erste Mal gewundert habe. Eine der Hauptpersonen verfügt über übersinnliche Kräft. Das mag so gar nicht zu dem bisher so realistischen Buch passen. Allerdings kann man mit diesem kleinen Ausflug ins Fantastische noch gut Leben. Anders sieht es aus, wenn man zum Ende des Romans vordringt. Die Ereignisse überschlagen sich auf einmal und es wird immer fantastischer. Schließlich gab es den Zeitpunkt, an dem ich nur noch mit dem Kopf schütteln konnte. Jeglicher Sinn für Realität war verschwunden. Das passte einfach nicht zum Rest. Eine Auflösung um das große Geheimnis wird auch nicht gegeben. Es gibt nur schwammige Andeutungen, die alles oder nichts bedeuten könnten. Man schlägt das Buch zu und fragt sich, was man da gerade gelesen hat. So erging es jedenfalls mir.

Ganz anders sind dagegen die Passagen, in denen der Protagonist über die Vergangenheit seiner Großmutter berichtet. Weil sie Jüdin war, wurde sie im 2. Weltkrieg in ein Konzentrationslager verschleppt und musste Höllenqualen durchleiden. All das schildert Don Titelman realistisch und nüchtern. Man merkt, dass ihm die Geschichte seiner Großmutter tief bewegt. Hier liegt auch der Grund für sein Medizinstudium und seine späteren Forschungen über das Dritte Reich. So erfährt man auch an den entsprechenden Stellen wichtige Fakten über die Nazis, ihre Ideologie und Organisationen. Diese Passagen sind wirklich gut geschrieben und sehr informativ – sie bilden einen krassen Kontrast und holen die Handlung wieder auf den Boden.
Diese nüchternen Beschreibungen und die absolut fantastischen Elemente wollen in meinen Augen einfach nicht zusammen passen. Dabei hat das Buch durchaus großes Potenzial und einen gelungenen Spannungsboden.

Was mir beim Lesen außerdem aufgefallen ist: Parallelen zur Millenium-Trilogie von Stieg Larsson. Man nehme eine verrückte Hackerin, die Presse und ein großes Geheimnis und schon hat man das Rezept für einen tollen Thriller! Oder nicht? Das muss jeder Leser für sich selber entscheiden.

Fazit:
Strindbergs Stern von Jan Wallentin ist ein Roman, der zwischen Realität und Fantasie verloren geht. Das Buch hat viel Potenzial und durchaus seine Daseinsberechtigung, aber das abstruse Ende lässt den geneigten Leser verzweifeln. Für mich ist es ein Buch zwischen Gut und Böse.

Was mich interessieren würde: Habt ihr das Buch schon gelesen? Wie findet ihr es? Ich war so verwirrt nach em Ende und würde mich total gerne mit jemanden darüber austauschen.

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