Frankenstein.

15 Feb

Mary Shelley
Frankenstein

Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.09.2009
ISBN: 9783596901876
8,00 €
Genre: Klassiker, Science-Fiction & Fantasy

Viktor Frankenstein erlebt eine unbeschwerte Kindheit und Jugend in Genf mitten in den schweizer Alpen. Der Entschluss für ein Studium der Naturwissenschaften in Ingolstadt wird ihm jedoch zum Verhängnis. Dem unglaublich talentierten Viktor gelingt es im Eifer seiner Studien eine Kreatur aus Leichenteilen zu fertigen und sie mit neuem Leben zu erwecken. Schnell muss er feststellen, dass aus seinem Traum ein Alptraum geworden ist. Er hat ein Monster von unsagbarer Hässlichkeit geschaffen. Vor lauter Entsetzen flieht er aus seinem Laboratourim. Als er zurückkehrt, ist die Kreatur verschwunden. Nach Wochen des Wahns ist Frankenstein endlich wieder auf dem Weg der Besserung, doch dann erreicht ihn die Nachricht vom Tod seines Bruders …

Mary Shelleys Frankenstein ist ein absoluter Klassiker und lässt sich unter den Begriffen Schauerroman und Science Fiction einordnen. Wir begegnen einem jungen Mann, der ein nahezu perfektes Leben führt, doch sein krankhaftes Verlangen nach wissenschaftlicher Erkenntnis treibt ihn in eine Sackgasse. Die Kreatur, die er geschaffen hat ist von so entsetzlicher Größe und Gestalt, dass ihm der Schock in die Glieder fährt. In Frankensteins Augen ist es ein grässliches Monster, dabei hat es ein gutes Herz und sehnt sich nach Liebe und Anerkennung. Aber genau dies wird ihm verwährt. Sämtliche Versuche mit Menschen Kontakt aufzunehmen scheitern. Und so ist es wohl kaum verwunderlich, dass die Kreatur einen gewaltigen Hass auf seinen Schöpfer entwickelt.

Besonders gut hat mir Shelleys verschachtelte Erzählstruktur auf 3 Ebenen gefallen. Wir erleben eine Geschichte in der Geschichte einer Geschichte. Die Rahmenhandlung wird von einem Kapitän Walton in Briefform erzählt. Diese Briefe enthalten wiederrum die Lebensgeschichte von Frankenstein. Und schließlich erfahren wir durch Frankensteins Schilderungen die Geschichte des Monsters. Somit bekommt der Leser einen umfassenden Einblick in die Geschehnisse und lernt vor allem die Kreatur zu verstehen. Obwohl die Handlung natürlich eine fiktive ist, trifft die Autorin mit dem Thema einen wunden Punkt des Menschen – seine Oberflächlichkeit. Durch das abartige Aussehen der Kreatur ist für alle sofort klar, dass es sich um ein schreckliches und gefährliches Wesen handelt. Niemand macht sich die Mühe hinter die hässliche Fassade zu schauen. Ich erkenne hier viele parallelen zum täglichen Leben. Wir lassen uns nun einmal viel durch Äußerlichkeiten beeinflussen. Vorurteile entstehen so schnell, davon möchte ich mich keinesfalls ausschließen. Aber genau das lernt uns dieses Buch – auch mal genauer Hinsehen, genauer Hinhören. Sind wirklich alle Menschen so, wie wir denken?

Fazit:
Frankenstein von Mary Shelley ist ein wundervoll geschriebener Klassiker, der zum Nachdenken anregt. Mit einer Mischung aus Grusel, Science Fiction und Gesellschaftskritik gelingt es der Autorin den Leser zu fesseln, ohne dabei auf abartige Details zu setzen. Abartig ist höchstens das Verhalten der Menschen. Ich kann nur jedem empfehlen einmal zu diesem Klassiker zu greifen!

Bewertung:

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6 Antworten to “Frankenstein.”

  1. nantik Februar 16, 2012 um 8:52 am #

    Oh, das freut mich jetzt aber sehr, dass du von „Frankenstein“ so angetan warst. Lest mehr Klassiker! Sie sind nicht umsonst Klassiker! Und ich finde es toll, dass dich die Klassiker so angefixt haben. Jetzt warte ich hier natürlich schon ungeduldig, was du zu „Stolz und Vorurteil“ (meinem Lieblingsbuch unter meinen Lieblingsbüchern) sagen wirst. *hibbel*

    • Die Leserin. Februar 16, 2012 um 7:46 pm #

      Ja es war wirklich ein tolles Buch. Ich bin auch nicht erst seit heute Klassiker-Fan, sondern habe bereits in den letzten Jahren einige tolle Werke gelesen. Zuletzt habe ich „Das Bildnis des Dorian Gray“, „Sherlock Holmes – der Hund von Baskerville“, „Die drei Musketiere“, „Die Physiker“ oder „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ gelesen und die Liste der noch ungelesenen Klassiker in meinem Regal ist noch lang ;)

      Von „Stolz und Vorurteil“ bin ich übrigens total begeistert. Ich weiß genau warum es dein Lieblingsbuch ist! Schon die ersten 2 Seiten haben mich so in den Bann gezogen. Ich hatte lange kein Buch mehr, bei dem ich mich so auf das Weiterlesen gefreut habe. Danke für die Ermutigung es zu lesen ;)
      Und das mache ich jetzt auch. „Emma“ habe ich übrigens auch schon im Regal meiner Eltern entdeckt. Ist es ähnlich lesenswert?

      • nantik Februar 17, 2012 um 2:41 pm #

        „Emma“ ist auch sehr bezaubernd, aber doch recht anders als „Stolz und Vorurteil“. Zwar ist die Liebesgeschichte reizend, aber Emma hat einen gaaaaanz anderen Charakter als Elizabeth Bennet. Sie ist viel verspielter, kindlicher, naiver, auch egoistischer. Trotzdem aber ist es ein wunderbarer Roman!
        Wenn du aber einen Charakter suchst, der Elizabeth in ihrer Reife und Ernsthaftigkeit ähnelt, dann empfehle ich dir „Persuasion“ von Jane Austen. Ich glaube, übersetzt heißt der Roman „Überredung“. Ich könnte es ewig an der Seite von Anne Elliot aushalten, wobei ich ihre Familie furchtbar nervig finde. Zum Glück taucht die Sippe aber geballt nur am Rande auf. Dafür gibt es irgendwann eine Menge von Captain Wentworth zu sehen … *schmacht* Hach, was für ein Mann! Für ihn würde ich sogar einen Mister Darcy stehen lassen. (Okay, mag wohl ach daran liegen, dass mein Lieblingsschauspieler in den 1990ern diese Rolle in einer Verfilmung gespielt hat.) ;-)
        Oh, und noch so eine bezaubernde Frauengestalt in einem Roman: „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë! Dieses Buch liebe ich auch über alle Maßen! Und ja, ich könnte mich immer wieder in Mister Rochester verknallen (der übrigens auch mal von meinem Lieblingsschauspieler gespielt wurde *gg*).
        So, jetzt höre ich aber mal mit der Schwärmerei auf. Sonst mache ich dich vor lauter Lesetipps noch ganz kirre. ;-)

      • Die Leserin. Februar 17, 2012 um 7:28 pm #

        Hach, da hast du mir ja wieder ein paar Flöhe ins Ohr gesetzt ;) Ich werde aber wenn, dann doch erst einmal „Emma“ lesen, da ich die schon im Haus habe. Ich habe so viele ungelesene Bücher, da will ich erst mal die abarbeiten, bevor ich weiter meiner Buchkaufssucht fröhne! Aber gemerkt habe ich mir das Buch natürlich sofort. Als ob mich gute Vorsätze vom Buchkauf abhalten würden …
        „Jane Eyre“ ist mir auch schon ein Begriff. Bin schon so manches Mal an diesem Buch vorbeigelaufen. Wird ebenfalls im Hintergrund behalten! Ich überlege auch schon mir die Verfilmung von „Stolz udn Vorurteil“ mit Collin Firth zu besorgen :)

      • nantik Februar 17, 2012 um 8:19 pm #

        Das ist ja das Schöne an Büchern: sie haben kein Haltbarkeitsdatum, sondern sind immer frisch und verderben nicht. Also kannst du die literarischen Flöhe ruhig noch eine Weile ignorieren, liebe Leserin. :-)
        Und die „Stolz und Vorurteil“-Verfilmung mit Colin Firth kann ich dir nur absolut empfehlen. Ich sage nur eins: nasses, weißes Hemd! *hach*

      • Die Leserin. Februar 17, 2012 um 9:40 pm #

        Ja das stimmt! Ich bin eben fertig geworden und hab schon die gute „Emma“ hier liegen. Nach dem Film gucke ich auch schon :)

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