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Das große Sherlock-Holmes-Lesebuch.

27 Nov

Sir Arthur Conan Doyle
Das große Sherlock-Holmes-Lesebuch

351 Seiten
Fischer Taschenbuch, 1. April 2009
Taschenbuch

ISBN: 9783596901821

Sherlock Holmes gehört zu den bekanntesten Ermittlern der Literatur. „Das große Sherlock-Holmes-Lesebuch“ ist eine Sammlung der schönsten Fälle des berühmten Detektivs. Während „Der Hund von Baskerville“ als Roman verfasst wurde, handelt es sich bei diesen Fällen um Kurzgeschichten. Denn früher veröffentlichte Autor Sir Arthur Conan Doyle seine Werke in einer Zeitung. Mit 20-30 Seiten sind die Geschichten bestens geeignet, um abends vor dem Einschlafen gelesen zu werden.
An dieser Stelle könnte man natürlich den Inhalt der einzelnen Fälle wiedergeben, aber dann würde man vielleicht schon zu viel sagen. Man sollte sie einfach selber lesen, es lohnt sich.

Viel wichtiger erscheint es mir, hervorzuheben, was Sherlock Holmes und seinen Ermittlungen ausmacht. Dabei kommt man natürlich nicht um seinen Freund und Begleiter herum – Dr. Watson. Watson ist es auch, der die Geschichten erzählt. Was alle Fälle gemeinsam haben: sie beginnen in der Baker Street, London – dem Büro und zu Hause von Holmes. Die Klienten schildern zunächst ihr Anliegen. Dann rückt Holmes in den Vordergrund. Mit seiner knallharten, auf pure Logik ausgelegten, Analyse gelingt es ihm meistens schon den Fall in seinem Büro zu lösen. Alles durch reine Überlegung. Natürlich gibt es auch die besonders kniffligen Fälle, die Holmes physische Anwesenheit verlangen. Auch dann ist er sich nicht zu schade, um unter den widrigsten Bedingungen zu ermitteln. Durch geschickt gesetzte Fallen, gelingt es dem Privatermittler so gut wie immer, den Täter zu entlarven. Wer aber glaubt, Sherlock Holmes sei unfehlbar, täuscht sich. Auch ihm passieren Fehler. Ja sogar ein Sherlock Holmes fällt auf Frauen herein. Natürlich passiert das nur äußerst selten, aber es passiert. Und das macht ihn glaubwürdig.

Fazit:
Die Geschichten von Sherlock Holmes zählen natürlich zu den Klassikern des Kriminalromans. Für jeden Krimifan sind sie ein absolutes Muss, denn diese Geschichten sind so clever und logisch – einfach bewunderswert.

Bewertung:

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Weltliteratur für Eilige.

7 Nov

Henrik Lange
Weltliteratur für Eilige

128 Seiten
Droemer Knaur, 1. Juli 2010
Taschenbuch

ISBN: 9783426783313

Es gibt bestimmte Bücher, die ordnet man in die Kategorie Weltliteratur ein. Weltliteratur? Was ist das eigentlich? Wikipedia sagt das:

„Zur Weltliteratur werden Werke gezählt, die über nationale und regionale Grenzen hinweg große Verbreitung gefunden haben und die gleichzeitig als für die Weltbevölkerung bedeutsam erachtet werden.“

Jedenfalls gibt es diese Bücher, bei denen behauptet wird, dass man sie gelesen haben muss. Sicherlich, es gibt viele Bücher die sich zu lesen lohnen. Aber das Prädikat „Weltliteratur“ muss nicht immer für Lesegenuss stehen. Nicht jeden interessiert alles, aber trotzdem ist es doch schön mitreden zu können. Und man kann mitreden! Alles was man dafür braucht, ist dieses kleine wunderbare Buch, welches mehr als 70 Klassiker der Literatur in einseitigen Comics zusammenfasst.

„Weltliteratur für Eilige“ ist ein kleines ironisches Helferlein im Urwald der Literatur. Worum es noch mal bei Romeo & Julia ging? Kein Problem – Seite aufgeschlagen und in einer Minute nachgelesen. Große Werke in einseitigen Comics zusammenfassen? Ihr meint das geht nicht? Und es geht doch. Zugegeben, die Zeichnungen sind nicht gerade das, was man als schön bezeichnen würde, aber sie erfüllen ihren Zweck. Sie wirken wie die Werke eines Kindes oder aber eines wenig begnadeten Zeichners. Aber irgendwie macht gerade das den Charme dieses Buches aus. Es wirkt schrullig und skurril. Und genau so sind manche der beschriebenen Werke.

Beim Lesen bin ich natürlich über viele bekannte Werke gestoßen, mit denen ich mich in der Schule quälen musste oder die ich freiwillig gelesen habe, einfach weil sie gut sind. In diesen Fällen fand ich es einfach schön noch einmal eine komprimierte Zusammenfassung zu erhalten. Besonders gut gefiel mir dabei die Ironie, mit der die teilweise stumpfsinnigen oder langweiligen Werke betrachtet wurden.
Neben den mir bekannten Büchern, gab es auch eine Reihe, die ich zwar kenne, aber nie gelesen habe oder gar Bücher, deren Existenz bisher spurlos an mir vorübergegangen ist. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es eine literarische Vorlage für „I am legend“ gibt? Ich nicht …
Aber das ist auch das schöne an diesem Buch. Man entdeckt sogar etwas neues. Man merkt: „Wow, das klingt interessant! Das könnte ich auch mal lesen.“ Wobei ich vorsichtig beim Lesen war. Romane, die sich bereits auf meinem SUB befinden oder noch den Weg in mein Regal finden werden, habe ich ausgelassen. Denn man erfährt auch das Ende der Werke. Das möchte ich nun wirklich nicht wissen, unmittelbar bevor ich ein Buch lese.

Fazit:
„Weltliteratur für Eilige“ von Henrik Lange bietet ein kurzweiliges Leseabenteuer quer durch die weitreichende Landschaft der Literatur. Egal ob Science Fiction, Drama oder Historischer Roman – in diesem comicartigen Buch hat jedes Werk, das scheinbar zum auserwählten Kreis der Weltliteratur gehört, seinen Platz. Kurz, knackig und humorvoll werden die Inhalte grafisch und textuell wiedergegeben. Ein echter Spaß für jeden Literaturliebhaber.

Bewertung:

Nietzsche.

31 Okt

Michel Onfray | Maximilien Le Roy
Nietzsche

128 Seiten
Knaus A., 1. August 2011
Hardcover

ISBN: 9783813504309

Friedrich Nietzsche gehört zu Deutschlands bekanntesten Dichtern und Philosophen. Er führte ein eher kurzes, aber bewegtes Leben, welches am Ende von schwerer Krankheit gezeichnet war. Mit Nietzsches Ausspruch „Gott ist tot“ durfte ich mich schon zu meiner Schulzeit auseinander setzen. Doch wer war diese bedeutende Persönlichkeit wirklich? Und was waren die Kernaussagen seiner Philosophie?

All diese Fragen werden in der Graphic Novel „Nietzsche“ aufgegriffen und näher beleuchtet. Wir begleiten Nietzsche von Kindesbeinen an bis hin zu seinem Tod. Dabei lernen wir nicht nur seine Denkweise kennen, sondern auch sein Umfeld und seine Lebensbedingungen. Dazu braucht es meistens nicht viel Text. In diesem Buch sprechen vor allem die Bilder. Die Zeichnungen verdienen ein besonderes Lob. Sie sind detailreich, ausdrucksstark und farbenprächtig. Je nach Lebensabschnitt und Situation sind sie in ein bestimmtes Farbschema getaucht. Einfach wunderschön, ein Genuss für das Auge.
Durch die Kombination der Zeichnungen und Ausschnitten aus Nietzsches Leben und Werken bekommt der Leser einen kurzen, aber umfassenden Einblick. Mein Wissen über Friedrich Nietzsche war vor diesem Buch sehr beschränkt. Natürlich bin ich auch jetzt noch kein Experte, aber ich konnte mein Wissen auf jeden Fall ausbauen und das auf eine so eine wunderbare Art.

Fazit:
„Nietzsche“ von Michel Onfray und Maximilien Le Roy ist eine herausragende Graphic Novel, die das Leben und Schaffen des bekannten deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche in den Mittelpunkt stellt. Dieses Buch ist anspruchsvoll und doch simpel. Es besticht durch faszinierende Zeichnungen und gut recherchierte Fakten. Man muss kein Nietzsche-Kenner oder Freund sein, um dieses Buch zu lesen. In meinen Augen ist es einfach eine Bereicherung für jeden Buchliebhaber.

Bewertung:

Sieben Minuten nach Mitternacht.

25 Okt

Patrick Ness | Siobhan Dowd
Sieben Minuten nach Mitternacht

216 Seiten
Goldmann, 1. August 2011
Hardcover

ISBN: 9783442312801

Der dreizehnjährige Conor O’Malley erwacht ständig aus demselben Alptraum. Er schwört sich nie jemanden davon zu erzählen. Nicht seiner Mutter, nicht seinem Vater und schon gar nicht seinen Schulkameraden. Eines Nachts scheint Conor von einem Alptraum in den nächsten zu geraten. Es ist 0:07 Uhr. Die alte Eibe, die oben auf dem Hügel auf dem Friedhof steht, erwacht zum Leben. Sie ist ein riesiges, hölzernes Etwas. Doch Conor hat keine Angst – nicht vor diesem Monster. Es ist ja eh nur ein Traum. Oder etwa nicht? Die folgenden Nächte wird der Junge wieder und wieder von der alten Eibe aufgesucht – immer sieben Minuten nach Mitternacht. Das Monster erzählt ihm drei Geschichten und verlangt als Gegenleistung Conors eigene Geschichte, seine ganz eigene Wahrheit. Doch wie mag diese aussehen?
„Sieben Minuten nach Mitternacht“ ist eigentlich die Geschichte der Autorin Siobhan Dowd, die leider 2007 ihrer Krebserkrankung erlag. Damals waren bereits Titel, Grundidee und Exposé des Werkes ausgearbeitet. Nach ihrem Tod fragte man den Journalisten und Autoren Patrick Ness, ob er den Roman vollenden würde. Er fühlte sich zunächst mit dieser Aufgabe überfordert, weil er sich nicht vorstellen konnte, das Buch im Sinne der Autorin zu beenden. Deshalb nutzte er das Angebot, um seine eigene Geschichte zu schreiben, die auf Dowds Idee basiert. Entstanden ist ein wundervolles Buch, welches sich mit dem Themen Tod, Angst und Familienbande auseinandersetzt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Schüler Conor O’Malley, der mit seiner krebskranken Mutter ein kleines Haus bewohnt. Conor ist mit seinen 12 Jahren bereits sehr selbstständig. Aber was bleibt ihm auch anderes übrig. 6 Jahre zuvor verließ der Vater wegen einer anderen Frau die Familie und wanderte nach Amerika aus. Seitdem haben die beiden nur noch sporadischen Kontakt.
Durch die Krebserkrankung der Mutter muss der Protagonist nun vermehrt ihre Aufgaben im Haushalt übernehmen. Aber er tut es gern.
Weniger Spaß bereitet ihm der tägliche Gang zur Schule. Seitdem alle über die Krankheit seiner Mutter Bescheid wissen, hat sich einiges verändert. Conor wird plötzlich mit Samthandschuhen angepackt. Jeder sorgt sich um sein wohl, dabei ist er nicht der Kranke. Er möchte so wie immer behandelt werden, aber das scheint unmöglich. Aus dieser Situation können wir viel lernen. Oft fällt es uns doch schwer mit Kranken, Behinderten oder dem Tod an sich umzugehen. Meistens wissen wir gar nicht, wie wir uns verhalten sollen. Natürlich möchte man nur das Beste für sich und die anderen. Dabei verkrampfen wir uns aber manchmal so stark, dass wir gar nicht merken, wie unpassend unser Verhalten ist.
Der Roman wird auf zwei Ebenen erzählt – bei Tag und bei Nacht. Am Tag erleben wir den Alltag des Jungen: das Zusammenleben mit seiner Mutter, die Allgegenwärtigkeit der Krankheit, den Zwist mit seiner Großmutter, den Schulalltag, den Ärger mit Mitschülern, die Einsamkeit. Nachts treffen wir auf das Monster und Conors Ängste. Erst scheinen diese Ängste undeutlich und verschwommen, aber mit der Zeit werden sie immer klarer.

Ein ganz besonderes Lob verdient die anspruchsvolle Aufmachung des Buches. In meinen Augen ist es ein kleines Kunstwerk. Die Materialien sind sehr hochwertig, genau wie die vielen Illustrationen, welche die Seiten zieren. Die Zeichnungen sind teilweise sehr abstrakt, manchmal aber auch detailverliebt. Sie sind in schwarz-weiß gehalten und passen somit perfekt zur Stimmung des Buches.

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ von Siobhan Dowd und Patrick Ness ist ein schönes, aber auch trauriges Buch. Es ist fantasievoll, aber realistisch. Es geht unter die Haut und spendet doch Trost und Hoffnung. Fast wäre es so weit gewesen! Ich weine sonst nie beim Lesen, aber hier wäre fast die erste Träne gekullert und das sagt doch alles.

Das Labyrinth der träumenden Bücher.

23 Okt

Walter Moers
Das Labyrinth der träumenden Bücher

432 Seiten
Knaus A., 5. Oktober 2011
Hardcover

ISBN: 9783813503937

200 Jahre sind vergangen seitdem Hildegunst von Mythenmetz das letzte Mal in Buchhaim war, in die Katakomben der Stadt verschleppt wurde und der Schattenkönig fast alles niedergebrannt hat. Seitdem hat sich viel getan. Buchhaim wurde wieder aufgebaut und hat den einstigen Glanz wieder erlangt. Ganz im Gegensatz zu Hildegunst, der mittlerweile zu den erfolgreichsten Autoren Zamoniens zählt. Sein Erfolg ist ihm zu Kopf gestiegen, er wird immer fetter, arroganter und aalt sich in den Lobeshymnen seiner Bewunderer. Ein wirklich gutes Buch hat er schon lange nicht mehr geschrieben – das Orm hat ihn verlassen. Als ihn eines Tages ein seltsamer Brief auf der Lindwurmfeste erreicht, der eine Parodie seines Schreibstils darstellt und einen Verweis auf Buchhaim enthält, beschließt Mythenmetz aus der Lethargie auszubrechen. Er will sein Leben neu beginnen und zu seinen literarischen Wurzeln aufbrechen – zurück in die Stadt der träumenden Bücher.

„Das Labyrinth der träumenden Bücher“ ist der Nachfolgeroman von „Die Stadt der träumenden Bücher“ und baut natürlich auf dessen Geschehnissen auf. Doch Moers hält sich (zunächst!) nicht mit einer langwierigen Wiederholung der Ereignisse auf. Stattdessen erfährt der Leser, was aus Hildegunst von Mythenmetz geworden ist – ein dicker, fauler Lindwurm, der den Sinn für die Realität verloren hat. Doch trotz dieser Veränderung ist er irgendwie noch der alte – ein Hypochonder durch und durch. Moers Beschreibung des Protagonisten ist voll Ironie. Zuerst kam mir der Gedanke, dass er sich damit vielleicht selber etwas auf die Schippe nimmt. Doch irgendwie wollen der publikumsnahe Lindwurm und der öffentlichkeitsscheue Walter Moers nicht so richtig zusammen passen. Meint Moers damit vielleicht einen Kollegen oder ist es nur eine allgemeine Analyse menschlicher Schwächen? Vielleicht ist es auch eine Mischung aus allem, die Beschreibung ist jedenfalls sehr gelungen.

In Buchhaim angekommen, schildert uns der Protagonist detailliert wie die Stadt mittlerweile aussieht. Dazu nutzt er die vom ihm erfundene Technik der „Mythenmetzschen Mentalmalerei“. Dabei wird ein Bild, welches sich in die Gedankenwelt des Lindwurms gebrannt hat, detailgetreu wiedergegeben. Eine sehr originelle Idee, aber für meinen Geschmack waren die Beschreibungen teilweise zu langatmig. Aber dann geht es los – wir dringen zusammen mit Hildegunst tiefer in die Stadt hinein. Wir treffen auf einen alten Bekannten, der ebenfalls von der Lindwurmfeste stammt. Er führt uns in die neue Gesellschaft der Stadt ein. Was früher die Buchimisten waren, sind heute die Biblio-was-auch-immer. Der Biblionismus hat die Bewohner ergriffen – vom Biblioten über den Biblioklepten, vom Bibliomanen bis hin zum Bibliozisten – alles ist irgendwie Biblio und das ist cool. Eine ganze Gesellschaft, die durch die Liebe (in manchen Fällen auch aus Hass) zum Buch bestimmt wird, eine fantastische Vorstellung.
Ein weiterer neuer Trend, der die Straßen von Buchhaim überflutet, ist der Puppettismus. Er spielt im weiteren Verlauf der Geschichte eine zentrale Rolle. Hildegunsts Begeisterung für diese neue Kunstform artet an einigen Stellen aus. Ja er schafft es den Leser zu langweilen. Doch als Liebhaber Mythenmetzscher Werke ist man derlei Abschweifungen ja schon gewohnt. Sind sie doch eine von ihm erfundene Erzählform.

Wie aus „Die Stadt der träumenden Bücher“ gewohnt, gibt es auch in diesem Buch wieder eine Vielzahl von Anagrammen. Die Namen bekannter Autoren, Bücher und Komponisten werden von Moers durcheinander gewirbelt und neu zusammengesetzt. Das Ergebnis sind witzige Wortneuschöpfungen. Wer sich ein bisschen in der Welt auskennt, wird durch den Kontext sicher schnell die meisten Namen erraten, aber es gibt auch einige sehr knifflige Fälle. Auf jeden Fall macht es großen Spaß während des Lesens mit zu rätseln und die Anspielungen zu deuten.

Ich weiß, dass dieses Buch heiß diskutiert ist und die unterschiedlichsten Meinungen hervorruft. Die einen sind total enttäuscht, andere total begeistert. Die Enttäuschung kommt wohl vor allem daher, weil vorher nicht bekannt gegeben wurde, dass es sich um einen Zweitteiler handelt. Ich kann diese Enttäuschung nicht ganz nachvollziehen, denn die Vorfreude über einen neues Zamonienbuch überwiegt. „Das Labyrinth der träumenden Bücher“ war in meinen Augen eine gelungene Ouvertüre, die eine sehr vielversprechende Fortsetzung erwarten lässt.
Ich weiß nicht ob meine Fantasie mit mir durchgeht oder Moers wirklich so ein Genie ist, aber fast habe ich den Eindruck, dass er es so gewollt hat. Die Emotionen im Leser aufkochen lassen. Der Schlussstrich ist im aktuellen Buch sehr clever gesetzt. Jetzt will man doch unbedingt weiter lesen. Und wundert es noch jemanden, dass ein Buch von Mythenmetz, den zwischenzeitlich das Orm verlassen hat, an manchen Stellen etwas zu ausschweifend wird? Lesen wir hier nicht gerade das, was von dem anfangs beschriebenen Mythenmetz zu erwarten war? Und trotzdem ist er wortgewaltig, schreibt abwechslungsreich und detailliert.
Mir jedenfalls hat dieses Buch über sehr weite Teile viel Spaß gemacht. So viel Fantasie, Wortwitz und Ironie, so viele Seitenhiebe und Anspielungen – eben doch ein typischer Moers!

Bewertung: