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Stolz und Vorurteil.

18 Feb

Jane Austen
Stolz und Vorurteil

Flexibler Einband: 439 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.07.2008
ISBN 9783596900046
8,00 €
Genre: Klassiker

Elisabeth Bennet wächst mit ihren 4 Schwestern in einer ländlichen Region in der nähe von London auf. Obwohl ihre Familie der besseren Gesellschaft angehört, ist ihr Vermögen recht überschaubar, da sich das Familienerbe nach dem Tod des Vaters auf den nächsten männlichen Verwandten übertragen wird. Aus diesem Grund hat es sich Elisabeths Mutter zur Aufgabe gemacht die 5 Töchter so schnell wie möglich zu verheiraten. In ihren Augen ist die Institution Ehe eine Lebenssicherung für ihre Kinder. Während für Frau Bennet vor allem das Vermögen der potenziellen Schwiegersöhne eine Rolle spielt, sehnen sich Elisabeth und ihre ältere Schwester Jane nach einer wahren und aufrichtigen Liebe. Als der wohlhabende Mr. Bingley in der Nachbarschaft auftaucht, scheint ein Ehemann für Jane gefunden. Einzig Mr. Darcy, ein guter Freund des neuen Nachbarn, ist Elisabeth ein Dorn im Auge. Diesem scheinbar so stolzen und unnahbaren Mann kann sie einfach nichts abgewinnen. Doch nach einigen unangenehmen Vorfällen, muss sie ihre Meinung ändern …

Stolz und Vorurteil war mein erster Roman von Jane Austen. So viele Worte des Lobes hatte ich über dieses Buch vernommen, dass ich schließlich auch dazu griff. Dieser Griff hat sich wirklich gelohnt, habe ich doch eine Autorin entdeckt, die mit so viel Witz, Ironie und scharfer Beobachtungsgabe ihre Bücher zum Leben erweckt. Bereits auf den ersten zwei Seiten hat es Austen geschafft mich völlig in ihren Bann zu ziehen. Das lag vor allem an Mr. Bennet, dem Vater der 5 Mädchen. Durch seine sarkastischen Reden brachte er mich ein ums andere Mal zum Schmunzeln. Aber nicht nur er. Der Autorin ist es gelungen eine bunte Mischung an so unterschiedlichen, aber glaubwürdigen Charakteren zu schaffen. Während Elisabeth eine kluge und unabhängige junge Dame ist, sind ihre jüngeren Schwestern eher naiv und ungebildet. Gleiches gilt für Frau Bennet und einige Damen aus der Nachbarschaft.

Das Buch lebt vor allem von den durchdachten Dialogen. Durch sie lernen wir die Protagonisten erst richtig kennen. Charakterstärken und – schwächen werden sichtbar. Und vor allem von letzteren gibt es einige. Oberflächlichkeit, Naivität, Dummheit, Arroganz – ihnen allen begegnen wir.

Das gesellschaftliche Leben, die Liebe und Vermögen sind die zentralen Themen des Buches. Dabei wird auf Kitsch und allzu schnulzige Elemente verzichtet. Vielmehr steht die Gesellschaftskritik im Mittelpunkt. Ein Beispiel dafür sind die Ansprüche, welche die verschiedenen Parteien an die Ehe stellen. Standesgemäß soll es sein, die Partner vermögend und gutaussehend. Ob das Paar dabei wirklich glücklich ist, ist nebensächlich. Aber genau diese Konventionen sind es, gegen die sich Elisabeth sträubt.
Betrachtet man das Buch im Hinblick auf den Titel, lässt sich darauf schließen, dass Mr. Darcy für den Stolz und Elisabeth für das Vorurteil steht. Sie stehen im Mittelpunkt der Geschichte und erleben eine charakterliche Weiterentwicklung.

Je mehr ich über das Buch nachdenke, umso besser gefällt es mir. Mir fällt ehrlich gesagt nichts ein, was ich daran kritisieren könnte. Überhaupt hatte ich lange nicht mehr so viel Spaß beim Lesen. Bis in die Nacht bin ich wach geblieben und habe Seite um Seite verschlungen. Ich musste einfach wissen wie es weiter geht. Kann man von einem Buch mehr erwarten?

Fazit:
Stolz und Vorurteil von Jane Austen ist ein rundum gelungener Roman, der Humor, Gesellschaftskritik und das Thema Liebe auf so wunderbare Weise vereint, dass es einfach nur ein Genuss ist dieses Buch zu lesen. Obwohl Liebe eine zentrale Rolle spielt, wirkt nichts kitschig oder übertrieben. Das war mein erstes Buch von Austen, aber sicher nicht das letzte.

Bewertung:

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Frankenstein.

15 Feb

Mary Shelley
Frankenstein

Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.09.2009
ISBN: 9783596901876
8,00 €
Genre: Klassiker, Science-Fiction & Fantasy

Viktor Frankenstein erlebt eine unbeschwerte Kindheit und Jugend in Genf mitten in den schweizer Alpen. Der Entschluss für ein Studium der Naturwissenschaften in Ingolstadt wird ihm jedoch zum Verhängnis. Dem unglaublich talentierten Viktor gelingt es im Eifer seiner Studien eine Kreatur aus Leichenteilen zu fertigen und sie mit neuem Leben zu erwecken. Schnell muss er feststellen, dass aus seinem Traum ein Alptraum geworden ist. Er hat ein Monster von unsagbarer Hässlichkeit geschaffen. Vor lauter Entsetzen flieht er aus seinem Laboratourim. Als er zurückkehrt, ist die Kreatur verschwunden. Nach Wochen des Wahns ist Frankenstein endlich wieder auf dem Weg der Besserung, doch dann erreicht ihn die Nachricht vom Tod seines Bruders …

Mary Shelleys Frankenstein ist ein absoluter Klassiker und lässt sich unter den Begriffen Schauerroman und Science Fiction einordnen. Wir begegnen einem jungen Mann, der ein nahezu perfektes Leben führt, doch sein krankhaftes Verlangen nach wissenschaftlicher Erkenntnis treibt ihn in eine Sackgasse. Die Kreatur, die er geschaffen hat ist von so entsetzlicher Größe und Gestalt, dass ihm der Schock in die Glieder fährt. In Frankensteins Augen ist es ein grässliches Monster, dabei hat es ein gutes Herz und sehnt sich nach Liebe und Anerkennung. Aber genau dies wird ihm verwährt. Sämtliche Versuche mit Menschen Kontakt aufzunehmen scheitern. Und so ist es wohl kaum verwunderlich, dass die Kreatur einen gewaltigen Hass auf seinen Schöpfer entwickelt.

Besonders gut hat mir Shelleys verschachtelte Erzählstruktur auf 3 Ebenen gefallen. Wir erleben eine Geschichte in der Geschichte einer Geschichte. Die Rahmenhandlung wird von einem Kapitän Walton in Briefform erzählt. Diese Briefe enthalten wiederrum die Lebensgeschichte von Frankenstein. Und schließlich erfahren wir durch Frankensteins Schilderungen die Geschichte des Monsters. Somit bekommt der Leser einen umfassenden Einblick in die Geschehnisse und lernt vor allem die Kreatur zu verstehen. Obwohl die Handlung natürlich eine fiktive ist, trifft die Autorin mit dem Thema einen wunden Punkt des Menschen – seine Oberflächlichkeit. Durch das abartige Aussehen der Kreatur ist für alle sofort klar, dass es sich um ein schreckliches und gefährliches Wesen handelt. Niemand macht sich die Mühe hinter die hässliche Fassade zu schauen. Ich erkenne hier viele parallelen zum täglichen Leben. Wir lassen uns nun einmal viel durch Äußerlichkeiten beeinflussen. Vorurteile entstehen so schnell, davon möchte ich mich keinesfalls ausschließen. Aber genau das lernt uns dieses Buch – auch mal genauer Hinsehen, genauer Hinhören. Sind wirklich alle Menschen so, wie wir denken?

Fazit:
Frankenstein von Mary Shelley ist ein wundervoll geschriebener Klassiker, der zum Nachdenken anregt. Mit einer Mischung aus Grusel, Science Fiction und Gesellschaftskritik gelingt es der Autorin den Leser zu fesseln, ohne dabei auf abartige Details zu setzen. Abartig ist höchstens das Verhalten der Menschen. Ich kann nur jedem empfehlen einmal zu diesem Klassiker zu greifen!

Bewertung:

Challenge: Read… the classics!

21 Dez

Ich habe soeben eine tolle Challenge für 2012 gefunden und mich sofort angemeldet. Worum gehts? Um Klassiker! Ich bin bekennender Fan der Fischer Klassik Reihe und habe auch sonst nichts gegen gute Bücher aus vergangenen Zeiten, welche die Literatur maßgeblich beeinflusst haben. In meinem Regal stehen noch viele dieser Werke, die nur darauf warten gelesen zu werden. Dazu möchte ich die Challenge nutzen. Doch nun ein paar mehr Details für euch.

Ausgedacht hat sich das ganze Lynesque. Und das sind die Regeln:

* Start der Challenge: 01.01.2012
* Ende der Challenge: 31.12.2012
* mindestens ein Klassiker alle ZWEI Monate! (Also insgesamt min. 6 Bücher in 12 Monaten)
* Jedes Werk MUSS aus der unten verlinkten Liste gewählt werden.
* Mitmachen können alle mit: Blog, Lovelybooks-Account oder per Email!
* Rezensionen sind keine Pflicht; aber wünschenswert!
* Eure Blogs, Accounts und natürlich Rezensionen werden hier in der Teilnehmerliste verlinkt!
* Es gibt Strafbücher! Solltet ihr in einem Abschnitt keinen Klassiker lesen, kommt ein Klassiker hinzu! (z.B. Zwei Monate pausieren: 7 Klassiker in 12 Monaten)
* Späteinsteiger können mitmachen! Allerdings müssen Sie im Dezember ebenfalls 6 Klassiker gelesen haben!
* Poste deinen Challengefortschritt als Kommentar oder schicke mir eine Email mit dem Link zu deiner Rezension!
* Liste der möglichen Klassiker

Ich habe mir gerade mal die Liste der möglichen Klassiker angeschaut und eine Vorauswahl getroffen. Und die sieht so aus:

  • Jane Austen: Stolz und Vorurteil
  • Günter Grass: Die Blechtrommel
  • Mary Shelley: Frankenstein
  • Bram Stoker: Dracula
  • Gustave Flaubert: Madame Bovary
  • Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame.
  • Alexandre Dumas: Der Graf von Monte Christo
  • Patricia Highsmith: Der talentierte Mr. Ripley

Fast alle dieser Bücher befinden sich in meinem Besitz oder auf meinem Wunschzettel. Außerdem habe ich doch einige Klassiker gefunden, die ich erst dieses Jahr gelesen habe. Es ist wirklich eine schöne Liste und ich freue mich schon darauf!

Vielleicht habt ihr ja jetzt auch Lust bekommen. Ich fänds schön :)

Das große Sherlock-Holmes-Lesebuch.

27 Nov

Sir Arthur Conan Doyle
Das große Sherlock-Holmes-Lesebuch

351 Seiten
Fischer Taschenbuch, 1. April 2009
Taschenbuch

ISBN: 9783596901821

Sherlock Holmes gehört zu den bekanntesten Ermittlern der Literatur. „Das große Sherlock-Holmes-Lesebuch“ ist eine Sammlung der schönsten Fälle des berühmten Detektivs. Während „Der Hund von Baskerville“ als Roman verfasst wurde, handelt es sich bei diesen Fällen um Kurzgeschichten. Denn früher veröffentlichte Autor Sir Arthur Conan Doyle seine Werke in einer Zeitung. Mit 20-30 Seiten sind die Geschichten bestens geeignet, um abends vor dem Einschlafen gelesen zu werden.
An dieser Stelle könnte man natürlich den Inhalt der einzelnen Fälle wiedergeben, aber dann würde man vielleicht schon zu viel sagen. Man sollte sie einfach selber lesen, es lohnt sich.

Viel wichtiger erscheint es mir, hervorzuheben, was Sherlock Holmes und seinen Ermittlungen ausmacht. Dabei kommt man natürlich nicht um seinen Freund und Begleiter herum – Dr. Watson. Watson ist es auch, der die Geschichten erzählt. Was alle Fälle gemeinsam haben: sie beginnen in der Baker Street, London – dem Büro und zu Hause von Holmes. Die Klienten schildern zunächst ihr Anliegen. Dann rückt Holmes in den Vordergrund. Mit seiner knallharten, auf pure Logik ausgelegten, Analyse gelingt es ihm meistens schon den Fall in seinem Büro zu lösen. Alles durch reine Überlegung. Natürlich gibt es auch die besonders kniffligen Fälle, die Holmes physische Anwesenheit verlangen. Auch dann ist er sich nicht zu schade, um unter den widrigsten Bedingungen zu ermitteln. Durch geschickt gesetzte Fallen, gelingt es dem Privatermittler so gut wie immer, den Täter zu entlarven. Wer aber glaubt, Sherlock Holmes sei unfehlbar, täuscht sich. Auch ihm passieren Fehler. Ja sogar ein Sherlock Holmes fällt auf Frauen herein. Natürlich passiert das nur äußerst selten, aber es passiert. Und das macht ihn glaubwürdig.

Fazit:
Die Geschichten von Sherlock Holmes zählen natürlich zu den Klassikern des Kriminalromans. Für jeden Krimifan sind sie ein absolutes Muss, denn diese Geschichten sind so clever und logisch – einfach bewunderswert.

Bewertung:

Weltliteratur für Eilige.

7 Nov

Henrik Lange
Weltliteratur für Eilige

128 Seiten
Droemer Knaur, 1. Juli 2010
Taschenbuch

ISBN: 9783426783313

Es gibt bestimmte Bücher, die ordnet man in die Kategorie Weltliteratur ein. Weltliteratur? Was ist das eigentlich? Wikipedia sagt das:

„Zur Weltliteratur werden Werke gezählt, die über nationale und regionale Grenzen hinweg große Verbreitung gefunden haben und die gleichzeitig als für die Weltbevölkerung bedeutsam erachtet werden.“

Jedenfalls gibt es diese Bücher, bei denen behauptet wird, dass man sie gelesen haben muss. Sicherlich, es gibt viele Bücher die sich zu lesen lohnen. Aber das Prädikat „Weltliteratur“ muss nicht immer für Lesegenuss stehen. Nicht jeden interessiert alles, aber trotzdem ist es doch schön mitreden zu können. Und man kann mitreden! Alles was man dafür braucht, ist dieses kleine wunderbare Buch, welches mehr als 70 Klassiker der Literatur in einseitigen Comics zusammenfasst.

„Weltliteratur für Eilige“ ist ein kleines ironisches Helferlein im Urwald der Literatur. Worum es noch mal bei Romeo & Julia ging? Kein Problem – Seite aufgeschlagen und in einer Minute nachgelesen. Große Werke in einseitigen Comics zusammenfassen? Ihr meint das geht nicht? Und es geht doch. Zugegeben, die Zeichnungen sind nicht gerade das, was man als schön bezeichnen würde, aber sie erfüllen ihren Zweck. Sie wirken wie die Werke eines Kindes oder aber eines wenig begnadeten Zeichners. Aber irgendwie macht gerade das den Charme dieses Buches aus. Es wirkt schrullig und skurril. Und genau so sind manche der beschriebenen Werke.

Beim Lesen bin ich natürlich über viele bekannte Werke gestoßen, mit denen ich mich in der Schule quälen musste oder die ich freiwillig gelesen habe, einfach weil sie gut sind. In diesen Fällen fand ich es einfach schön noch einmal eine komprimierte Zusammenfassung zu erhalten. Besonders gut gefiel mir dabei die Ironie, mit der die teilweise stumpfsinnigen oder langweiligen Werke betrachtet wurden.
Neben den mir bekannten Büchern, gab es auch eine Reihe, die ich zwar kenne, aber nie gelesen habe oder gar Bücher, deren Existenz bisher spurlos an mir vorübergegangen ist. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es eine literarische Vorlage für „I am legend“ gibt? Ich nicht …
Aber das ist auch das schöne an diesem Buch. Man entdeckt sogar etwas neues. Man merkt: „Wow, das klingt interessant! Das könnte ich auch mal lesen.“ Wobei ich vorsichtig beim Lesen war. Romane, die sich bereits auf meinem SUB befinden oder noch den Weg in mein Regal finden werden, habe ich ausgelassen. Denn man erfährt auch das Ende der Werke. Das möchte ich nun wirklich nicht wissen, unmittelbar bevor ich ein Buch lese.

Fazit:
„Weltliteratur für Eilige“ von Henrik Lange bietet ein kurzweiliges Leseabenteuer quer durch die weitreichende Landschaft der Literatur. Egal ob Science Fiction, Drama oder Historischer Roman – in diesem comicartigen Buch hat jedes Werk, das scheinbar zum auserwählten Kreis der Weltliteratur gehört, seinen Platz. Kurz, knackig und humorvoll werden die Inhalte grafisch und textuell wiedergegeben. Ein echter Spaß für jeden Literaturliebhaber.

Bewertung: