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Süden

13 Jan


Friedrich Ani
Süden

Fester Einband: 363 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 10.03.2011
ISBN 9783426199077
19,99 €
Genre: Gegenwartsliteratur

Nachdem Tabor Süden einen Anruf von seinem verschwundenen Vater erhält, kehrt er nach München zurück. Dort hat er viele Jahre bei der Polizei in der Abteilung für Vermisstenfälle gearbeitet. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, heuert er bei einer privaten Detektei an, die ebenfalls Vermisstenfälle untersucht. Sein erster Fall beschäftigt sich mit dem Gastwirt Raimund „Mundl“ Zacherl, der vor 2 Jahren plötzlich verschwand. Bisher gab es keine Spur, doch Süden gelingt es mehr über den passionierten Koch herauszufinden …

Süden ist mein erster Krimi von Friedrich Ani und es fällt mir schwer eine gerechte Beurteilung zu schreiben. Ich möchte nicht behaupten, dass mich dieses Buch gelangweilt hat, aber auch nicht wirklich gefesselt. Ich kann nicht mal genau sagen, was mich daran gestört hat. Vielleicht lag es an den vielen Andeutungen und kurzen Einblicken in das Leben von Süden und einigen anderen Charakteren, die nie wirklich aufgelöst wurden. Es gab immer nur vage Andeutungen.
Was mir bei diesem Buch außerdem auffiel, war der ständig beschriebenen Alkoholkonsum. Egal was Tabor Süden macht oder wen er trifft – es gibt immer viel zu trinken. Diese Tatsache ist einfach unnatürlich und nervig. Man könnte meinen, jede 2. Person in diesem Buch hat ein größeres Alkoholproblem …

Aber es gab natürlich auch Höhepunkte. Dazu gehörte für mich zweifelsohne die Begegnung zwischen Süden und dem 12-jährigen Benedikt, der in schwierigen Familienverhältnissen aufwächst. Der ehemalige Polizist scheint sich hier wieder zu erkennen und zeigt gegenüber dem Jungen viel Mitgefühl. Diese Szene hat mich sehr gerührt. Ich hätte mir allerdings mehr davon gewünscht, denn hier gelangt man einmal unter die scheinbar so harte Schale des Tabor Süden.

Fazit:
Süden von Friedrich Ani ist ein Krimi, der mich nicht wirklich überzeugen konnte. Das Buch liest sich flüssig, doch habe ich nie den richtigen Zugang gefunden. Es gibt ein paar wirklich gute und vor allem rührende Szenen, aber der Rest vom Buch plätscherte eher so vor sich hin und war recht vorhersehbar. Ich weiß, dass dieses Buch vielen gut gefallen hat – leider erging es mir nicht so!

Bewertung:

Das große Sherlock-Holmes-Lesebuch.

27 Nov

Sir Arthur Conan Doyle
Das große Sherlock-Holmes-Lesebuch

351 Seiten
Fischer Taschenbuch, 1. April 2009
Taschenbuch

ISBN: 9783596901821

Sherlock Holmes gehört zu den bekanntesten Ermittlern der Literatur. „Das große Sherlock-Holmes-Lesebuch“ ist eine Sammlung der schönsten Fälle des berühmten Detektivs. Während „Der Hund von Baskerville“ als Roman verfasst wurde, handelt es sich bei diesen Fällen um Kurzgeschichten. Denn früher veröffentlichte Autor Sir Arthur Conan Doyle seine Werke in einer Zeitung. Mit 20-30 Seiten sind die Geschichten bestens geeignet, um abends vor dem Einschlafen gelesen zu werden.
An dieser Stelle könnte man natürlich den Inhalt der einzelnen Fälle wiedergeben, aber dann würde man vielleicht schon zu viel sagen. Man sollte sie einfach selber lesen, es lohnt sich.

Viel wichtiger erscheint es mir, hervorzuheben, was Sherlock Holmes und seinen Ermittlungen ausmacht. Dabei kommt man natürlich nicht um seinen Freund und Begleiter herum – Dr. Watson. Watson ist es auch, der die Geschichten erzählt. Was alle Fälle gemeinsam haben: sie beginnen in der Baker Street, London – dem Büro und zu Hause von Holmes. Die Klienten schildern zunächst ihr Anliegen. Dann rückt Holmes in den Vordergrund. Mit seiner knallharten, auf pure Logik ausgelegten, Analyse gelingt es ihm meistens schon den Fall in seinem Büro zu lösen. Alles durch reine Überlegung. Natürlich gibt es auch die besonders kniffligen Fälle, die Holmes physische Anwesenheit verlangen. Auch dann ist er sich nicht zu schade, um unter den widrigsten Bedingungen zu ermitteln. Durch geschickt gesetzte Fallen, gelingt es dem Privatermittler so gut wie immer, den Täter zu entlarven. Wer aber glaubt, Sherlock Holmes sei unfehlbar, täuscht sich. Auch ihm passieren Fehler. Ja sogar ein Sherlock Holmes fällt auf Frauen herein. Natürlich passiert das nur äußerst selten, aber es passiert. Und das macht ihn glaubwürdig.

Fazit:
Die Geschichten von Sherlock Holmes zählen natürlich zu den Klassikern des Kriminalromans. Für jeden Krimifan sind sie ein absolutes Muss, denn diese Geschichten sind so clever und logisch – einfach bewunderswert.

Bewertung:

In höchsten Tönen.

1 Nov

Walter Leitner
In höchsten Tönen

300 Seiten
DuMont, 1. August 2011
Hardcover

ISBN: 9783832161729

Wien: Paul Kosmak, gescheiterter Jurastudent, ehemaliger Polizist und nun Aktmodell einer Künstlerin, erhält an einem morgen einen Anruf von seiner Mutter. Der Sohn von einer früheren Nachbarin wurde ermordet. Nun soll der liebe Kosmak seine Nase in die Angelegenheit stecken und den Täter überführen. Das passt ihm natürlich so gar nicht. Als er aber durch eine Zeitungsannonce von einer ehemaligen Bekannten ebenfalls zu Ermittlungen aufgefordert wird, ringt er sich endlich durch. Natürlich, es winkt ja auch Geld! Und so wird Paul Kosmak als Archivar in das Wiener Spitzenorchester geschleußt, in dem der Mord begangen wurde. Wird es ihm trotz seines stümperhaften Auftretens gelingen den Täter zu überführen?

Ganz ehrlich, ich weiß es nicht! Am Anfang hatte ich sehr viel Lust auf diesem Krimi. Die Gestaltung ist ansprechend, der Schreibstil angenehm und flüssig, wenn auch ungewöhnlich. Walter Leitner gibt uns während seiner Erzählung wertvolle Tipps zum Krimi schreiben, die man nicht immer ganz ernst nehmen kann. Das ist recht originell, aber fing irgendwann an mich zu nerven. Richtig schlimm wurde es in der Mitte des Buches. Der Kosmak ist schon eine Weile im Archiv des Orchesters tätig, aber die Ermittlungen wollen einfach nicht voran kommen. Man erfährt viel vom Drumherum, aber eben nichts über den Mord, potenzielle Täter oder Motive. Aber darum geht es doch in einem Krimi, oder? Mich hat es jedenfalls irgendwann so sehr genervt, dass ich aufgegeben habe. Es war so ziemlich zur Hälfte des Buches. Es hat mir einfach die Lust am lesen genommen und so habe ich den Kampf für mich beendet. Was ist das auch für ein Krimi, bei dem man nicht mal auf das Ende gespannt ist?! Sonst will ich unbedingt wissen wer es war. Und warum. Hier war es leider gar nicht so.

Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass dieses Buch auch seine Freunde finden wird. Ich glaube „In höchsten Tönen“ ist so ein Buch, dass man entweder liebt oder eher bescheiden findet. Bei mir ist es leider letzteres …

PS: Da ich das Buch nicht beendet habe, möchte ich auch keine Wertung abgeben. Vielleicht bekomme ich ja irgendwann noch mal Lust und dann fällt mein Urteil vielleicht etwas positiver aus.

Buchpost.

13 Aug

Heute hat mich ein Buchpaket erreicht. Den Inhalt möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Folgende Schätze habe ich darin gefunden:

Jan Wallentin
Strandbergs Stern

544 Seiten

Fischer, 23. März 2011
Hardcover

ISBN: 9783100905147

Das sagt der Klappentext:
Seit hundert Jahren getrennt, an zwei entfernten, finsteren Orten versteckt. Zusammen sind sie der Schlüssel zum größten Geheimnis, von dem die Menschheit je gehört hat. Und plötzlich tauchen Kreuz und Stern wieder auf. Eine möderische Jagd beginnt. Eine Jagd, bei der Don Titelman vom Jäger zum Gejagten wird.

Jan Wallentin ist etwas Außergewöhnliches gelungen: Er sprengt das klassische Genre, indem er entlang der grausamen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts eine Geschichte erzählt, die den Puls zum Rasen bringt. Atemberaubende Spannung, ungeheuerer Sog, kantige Charaktere, die unvergesslich bleiben: das ist das Dynamit dieses Romans.

Josh Bazell
Schneller als der Tod

318 Seiten

Fischer, 6. Mai 2011
Flexibler Einband

ISBN: 9783596184163

Das sagt der Klappentext:
„Viel besser als Koks. Macht schnell süchtig.“
Die Welt

„Josh Bazell haucht mit seinem aberwitzigen und packenden Roman dem Genre des Thrillers neues Leben ein.“
Alexander Müller, Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Ein fantastischer kleiner Geniestreich, vor allem angesichts der unwahrscheinlichen Genremischung, die diesem Thrilleramalgam zugrunde liegt.“
Katharina Granzin, taz

„Nur eins macht traurig: Wer weiss, ob man so etwas Wahnwitziges, überschäumend Intelligentes, irrsinnig Komisches über das Ende eines Mafiakillers und das amerikanische Krankenhaussystem je wieder lesen wird.“
Tobias Gohlis, Die Zeit

„Was für ein Buch! Frisch und frech, frei von allen Konventionen des Genres. Intelligent obendrein! Schneller als der Tod ist der bislang beste Krimi des Frühjahrs.“
Andreas Ammer, Deutschlandrundfunk

Lincoln Child
Nullpunkt

400 Seiten

rororo, 1. Juni 2011
Flexibler Einband

ISBN: 9783499252662

Das sagt der Klappentext:
Fear Base, eine verlassene Militärstation in Alaska. Ein kleines Team von Klimaforschern untersucht einen Berg, der den einheimischen Tunit seit Urzeiten heilig ist. Angeblich soll es Unglück bringen, dem Berg sein Geheimnis zu entreißen.
Als ein riesiges Stück vom Gletscher abbricht, wird eine Höhle freigelegt: Tief drinnen zwei gelbe Augen, eingefroren im Eis. Eine wissenschaftliche Sensation, die sogar ein Filmteam auf den Plan ruft.
Entgegen allen Warnungen sägen die Dokumentarfilmer das Wesen aus dem Eis, um es vor laufender Kamera aufzutauen. Über Nacht verschwindet die Kreatur. Doch sie kommt wieder – und bringt den Tod.


Ich habe zwar noch nichts von diesen Büchern gehört, aber sie klingen viel versprechend. Ich denke das werden aufregende Lesestunden. Das erste Buch habe ich mir auch gleich als Abendlektüre zur Hand genommen.
Ich wünsche euch noch einen schönen Abend.

Die Leserin.

Glennkill.

12 Aug

Leonie Swann
Glennkill

375 Seiten
Goldmann, 3. August 2005
Flexibler Einband

ISBN: 9783442301294

Ein kleines Dörfchen in Irland namens Glennkill: Eines morgens liegt der Schäfer George Glenn Tod auf seiner Weide. In seinem Körper steckt ein Spaten. Georges Schafherde merkt schnell, dass ihr Schäfer nicht mehr aufstehen wird. Das ist natürlich eine unerhörte Frechheit, denn George war ein guter Schäfer. Er hat die Schafe abwechslungsreich gefüttert und ihnen regelmäßig vorgelesen – egal ob Krimis, „Pamela“-Romane oder Bücher über Schafskrankheiten. All das ist nun vorbei. Doch die Schafe lassen sich das nicht gefallen. Sie beginnen zu ermitteln, um herauszufinden, wer ihren lieben George ermordet hat.

Ich beginne diese Rezension mit einem Wort: Erleichterung. Erleichterung darüber, dass ich dieses Buch endlich zu ende gelesen habe! Wie lange hatte ich mich darauf gefreut. Was für eine tolle Idee – Schafe ermitteln in einem Mordfall! Schlechte Rezensionen konnten mich von meinem Vorhaben nicht abbringen. Ein Buch mit so einer putzigen Geschichte muss einfach gut sein … das habe ich gedacht. Aber das war es nicht. Ganz und gar nicht. Glennkill war eine absolute Qual für mich. So ein Buch kann einem wirklich den Spaß am Lesen nehmen. Aber was macht das Buch so schrecklich? Es ist der Schreibtstil! Er hat mir alle Freude an diesem Buch geraubt. Die Schreibweise der Autorin ist verwirrend und langweilig. Teilweise musste ich Sätze 5 mal lesen, um den Sinn dahinter zu erfassen. Plötzlich hat „er“ dieses oder jenes gemacht, aber es war gar nicht klar wer „er“ ist. Das ging mir am Anfang ständig so. Ich muss zugeben, es wurde mit der Zeit besser. Ich weiß nicht ob die Qualität mit steigender Seitenzahl zugenommen hat oder ob ich mich einfach irgendwann an den Stil gewöhnt habe. Aber so richtig gut ist es nie geworden. Irgendwann habe ich mich nur noch dazu gezwungen weiterzulesen. Das Ende konnte mich noch einigermaßen versöhnlich stimmen, aber alles in allem hat es diesem Buch an Orginalität gefehlt. Es gab zwar ein paar hübsche Geschichten rund um die etwas dümmlich anmutende Schafsherde, aber man hätte viel mehr daraus machen können. Es gab vielleicht 1-2 Szenen, die mir ein kleines Lächeln entlocken konnte, aber das war es auch schon. Ich hatte erwartet, dass mich die unkonventionellen Ermittlungsmethoden ständig zum lachen bringen … Erwartungen verfehlt. Die Kombination aus schrecklicher Schreibweise und wenig originellen Ideen, haben das Buch für mich zu einem echten Flop gemacht.

Fazit:
Glennkill von Leonie Swann kann ich leider niemanden empfehlen. Ich weiß, dass es einige begeisterte Leser des Buches gibt und vielleicht kann man das auch ansatzweise sein, wenn man irgendwie mit dem Schreibstil der Autorin klar kommt. Ich kann es nicht und deshalb ist und bleibt es für mich ein Flop. Wäre ich Denis Scheck, dann würde dieses Buch jetzt gemütlich in die nächste Mülltonne rollen …

Bewertung: