Wortschatz #1

21 Feb

Das sagt das Wörterbuch:
<Adj.> [aus frz. bleu mourant = sterbendes (= blasses) Blau, aus: bleu u. mourant = sterbend, 1. Part von: mourir = sterbend] (ugs.): flau, unwohl, übel: ein -es Gefühl; mir ist ganz b. [zumute].

Darum wird es vorgestellt:
„Da wird mir ja ganz blümerant!“, sagte ich zu einer Freundin und dachte mir nichts dabei. „Das hast du dir doch ausgedacht!“, war ihre Antwort. Als mir auch meine Mama bestätigte, dass sie blümerant nicht kennt, wurde mir eines klar: ich muss für dieses Wort kämpfen! Und so steht es nun hier und wartet darauf von euch verwendet zu werden.

Darum mag ich es:
Blümerant steht im Wörterbuch nicht nur vor blumig, es klingt auch so. Es wirkt dezent und unaufdringlich. Es gibt einfach keine schönere Umschreibung für das Unwohl sein. Höre ich dieses Wort, muss ich an Fräulein Prysselius aus Pippi Langstrumpf denken. Sicherlich ist ihr oft blümerant geworden, wenn sie auf Pippi getroffen ist!

Wochenrückblick #07 2012

19 Feb

Gelesen


  • Jane Austen: Stolz und Vorurteil
  • Jane Austen: Emma

Gehört


  • Anthony Horowitz: Das Geheimnis des weißen Bandes

Rezensiert


Und sonst?


Da ich ja gerade im Klassiker-Fieber bin und meine Liebe für Jane Austen entdeckt habe, lese ich nun Emma. Am liebsten hätte ich auch gleich noch ihre anderen Werke. So eine böse Kollektion hat mich schon angelacht, aber ich muss an die vielen noch ungelesenen Bücher in meinem Regal denken!

Gestern habe ich das Programm für die Leipziger Buchmesse studiert, die ich am Freitag (16. März) besuchen werde. Da habe ich ein paar ganz tolle Programmpunkte ausfindig gemacht.

Das erste Mal erhöhten Puls bekam ich, als ich den Namen Denis Scheck gelesen habe. Ich verehre diesen Mann und liebe die Sendung Druckfrisch. Seit langen ist es mein Traum einmal Denis Scheck zu treffen und eine Buchempfehlung zu bekommen. Deshalb werde ich ihn auflauern und nötigen mir ein gutes Buch zu empfehlen! Ich berichte euch dann hier wie es war. Oder winke euch bei der übernächsten Sendung aus dem Fernseher zu ;)

Das 2. Highlight wird für mich eine Lesung und Signierstunde mit Christian Moser. Auch ihn liebe und verehre ich, aber ganz besonders seine Bücher und Zeichenkunst. Vor lauter Freude konnte ich es mir dann auch nicht nehmen lassen, sein neustes Werk Karl May – Die ganze Warheit zu bestellen.

Ich freue mich jetzt schon riesig auf die Buchmesse, auch wenn es noch 4 Wochen bis dahin sind. Fahrt ihr denn auch dahin?

Zum Schluss noch eine kleine Ankündigung. Ich arbeite gerade an einer neuen Rubrik namens Wortschatz. Diese soll es einmal wöchentlich geben. Was sich dahinter verbirgt? Nun, ich habe gemerkt, dass mir vor allem beim Lesen von Klassikern das ein oder andere Wort begegnet, dass ich gar nicht kenne oder meiner Meinung nach viel zu wenig gebraucht wird. In dieser Kategorie möchte ich die seltenen, edlen und unbekannten Worte ehren und eine kurze Erklärung geben. Ich finde Sprache ist etwas wundervolles und es gibt noch so viel zu entdecken. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich auf dieser Reise begleitet!

Ich wünsche euch noch einen entspannten Restsonntag!
Die hocherfreute und hibbelige Leserin.

Stolz und Vorurteil.

18 Feb

Jane Austen
Stolz und Vorurteil

Flexibler Einband: 439 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.07.2008
ISBN 9783596900046
8,00 €
Genre: Klassiker

Elisabeth Bennet wächst mit ihren 4 Schwestern in einer ländlichen Region in der nähe von London auf. Obwohl ihre Familie der besseren Gesellschaft angehört, ist ihr Vermögen recht überschaubar, da sich das Familienerbe nach dem Tod des Vaters auf den nächsten männlichen Verwandten übertragen wird. Aus diesem Grund hat es sich Elisabeths Mutter zur Aufgabe gemacht die 5 Töchter so schnell wie möglich zu verheiraten. In ihren Augen ist die Institution Ehe eine Lebenssicherung für ihre Kinder. Während für Frau Bennet vor allem das Vermögen der potenziellen Schwiegersöhne eine Rolle spielt, sehnen sich Elisabeth und ihre ältere Schwester Jane nach einer wahren und aufrichtigen Liebe. Als der wohlhabende Mr. Bingley in der Nachbarschaft auftaucht, scheint ein Ehemann für Jane gefunden. Einzig Mr. Darcy, ein guter Freund des neuen Nachbarn, ist Elisabeth ein Dorn im Auge. Diesem scheinbar so stolzen und unnahbaren Mann kann sie einfach nichts abgewinnen. Doch nach einigen unangenehmen Vorfällen, muss sie ihre Meinung ändern …

Stolz und Vorurteil war mein erster Roman von Jane Austen. So viele Worte des Lobes hatte ich über dieses Buch vernommen, dass ich schließlich auch dazu griff. Dieser Griff hat sich wirklich gelohnt, habe ich doch eine Autorin entdeckt, die mit so viel Witz, Ironie und scharfer Beobachtungsgabe ihre Bücher zum Leben erweckt. Bereits auf den ersten zwei Seiten hat es Austen geschafft mich völlig in ihren Bann zu ziehen. Das lag vor allem an Mr. Bennet, dem Vater der 5 Mädchen. Durch seine sarkastischen Reden brachte er mich ein ums andere Mal zum Schmunzeln. Aber nicht nur er. Der Autorin ist es gelungen eine bunte Mischung an so unterschiedlichen, aber glaubwürdigen Charakteren zu schaffen. Während Elisabeth eine kluge und unabhängige junge Dame ist, sind ihre jüngeren Schwestern eher naiv und ungebildet. Gleiches gilt für Frau Bennet und einige Damen aus der Nachbarschaft.

Das Buch lebt vor allem von den durchdachten Dialogen. Durch sie lernen wir die Protagonisten erst richtig kennen. Charakterstärken und – schwächen werden sichtbar. Und vor allem von letzteren gibt es einige. Oberflächlichkeit, Naivität, Dummheit, Arroganz – ihnen allen begegnen wir.

Das gesellschaftliche Leben, die Liebe und Vermögen sind die zentralen Themen des Buches. Dabei wird auf Kitsch und allzu schnulzige Elemente verzichtet. Vielmehr steht die Gesellschaftskritik im Mittelpunkt. Ein Beispiel dafür sind die Ansprüche, welche die verschiedenen Parteien an die Ehe stellen. Standesgemäß soll es sein, die Partner vermögend und gutaussehend. Ob das Paar dabei wirklich glücklich ist, ist nebensächlich. Aber genau diese Konventionen sind es, gegen die sich Elisabeth sträubt.
Betrachtet man das Buch im Hinblick auf den Titel, lässt sich darauf schließen, dass Mr. Darcy für den Stolz und Elisabeth für das Vorurteil steht. Sie stehen im Mittelpunkt der Geschichte und erleben eine charakterliche Weiterentwicklung.

Je mehr ich über das Buch nachdenke, umso besser gefällt es mir. Mir fällt ehrlich gesagt nichts ein, was ich daran kritisieren könnte. Überhaupt hatte ich lange nicht mehr so viel Spaß beim Lesen. Bis in die Nacht bin ich wach geblieben und habe Seite um Seite verschlungen. Ich musste einfach wissen wie es weiter geht. Kann man von einem Buch mehr erwarten?

Fazit:
Stolz und Vorurteil von Jane Austen ist ein rundum gelungener Roman, der Humor, Gesellschaftskritik und das Thema Liebe auf so wunderbare Weise vereint, dass es einfach nur ein Genuss ist dieses Buch zu lesen. Obwohl Liebe eine zentrale Rolle spielt, wirkt nichts kitschig oder übertrieben. Das war mein erstes Buch von Austen, aber sicher nicht das letzte.

Bewertung:

Frankenstein.

15 Feb

Mary Shelley
Frankenstein

Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 01.09.2009
ISBN: 9783596901876
8,00 €
Genre: Klassiker, Science-Fiction & Fantasy

Viktor Frankenstein erlebt eine unbeschwerte Kindheit und Jugend in Genf mitten in den schweizer Alpen. Der Entschluss für ein Studium der Naturwissenschaften in Ingolstadt wird ihm jedoch zum Verhängnis. Dem unglaublich talentierten Viktor gelingt es im Eifer seiner Studien eine Kreatur aus Leichenteilen zu fertigen und sie mit neuem Leben zu erwecken. Schnell muss er feststellen, dass aus seinem Traum ein Alptraum geworden ist. Er hat ein Monster von unsagbarer Hässlichkeit geschaffen. Vor lauter Entsetzen flieht er aus seinem Laboratourim. Als er zurückkehrt, ist die Kreatur verschwunden. Nach Wochen des Wahns ist Frankenstein endlich wieder auf dem Weg der Besserung, doch dann erreicht ihn die Nachricht vom Tod seines Bruders …

Mary Shelleys Frankenstein ist ein absoluter Klassiker und lässt sich unter den Begriffen Schauerroman und Science Fiction einordnen. Wir begegnen einem jungen Mann, der ein nahezu perfektes Leben führt, doch sein krankhaftes Verlangen nach wissenschaftlicher Erkenntnis treibt ihn in eine Sackgasse. Die Kreatur, die er geschaffen hat ist von so entsetzlicher Größe und Gestalt, dass ihm der Schock in die Glieder fährt. In Frankensteins Augen ist es ein grässliches Monster, dabei hat es ein gutes Herz und sehnt sich nach Liebe und Anerkennung. Aber genau dies wird ihm verwährt. Sämtliche Versuche mit Menschen Kontakt aufzunehmen scheitern. Und so ist es wohl kaum verwunderlich, dass die Kreatur einen gewaltigen Hass auf seinen Schöpfer entwickelt.

Besonders gut hat mir Shelleys verschachtelte Erzählstruktur auf 3 Ebenen gefallen. Wir erleben eine Geschichte in der Geschichte einer Geschichte. Die Rahmenhandlung wird von einem Kapitän Walton in Briefform erzählt. Diese Briefe enthalten wiederrum die Lebensgeschichte von Frankenstein. Und schließlich erfahren wir durch Frankensteins Schilderungen die Geschichte des Monsters. Somit bekommt der Leser einen umfassenden Einblick in die Geschehnisse und lernt vor allem die Kreatur zu verstehen. Obwohl die Handlung natürlich eine fiktive ist, trifft die Autorin mit dem Thema einen wunden Punkt des Menschen – seine Oberflächlichkeit. Durch das abartige Aussehen der Kreatur ist für alle sofort klar, dass es sich um ein schreckliches und gefährliches Wesen handelt. Niemand macht sich die Mühe hinter die hässliche Fassade zu schauen. Ich erkenne hier viele parallelen zum täglichen Leben. Wir lassen uns nun einmal viel durch Äußerlichkeiten beeinflussen. Vorurteile entstehen so schnell, davon möchte ich mich keinesfalls ausschließen. Aber genau das lernt uns dieses Buch – auch mal genauer Hinsehen, genauer Hinhören. Sind wirklich alle Menschen so, wie wir denken?

Fazit:
Frankenstein von Mary Shelley ist ein wundervoll geschriebener Klassiker, der zum Nachdenken anregt. Mit einer Mischung aus Grusel, Science Fiction und Gesellschaftskritik gelingt es der Autorin den Leser zu fesseln, ohne dabei auf abartige Details zu setzen. Abartig ist höchstens das Verhalten der Menschen. Ich kann nur jedem empfehlen einmal zu diesem Klassiker zu greifen!

Bewertung:

Wochenrückblick #06 2012

12 Feb

Gelesen


  • Holger Karsten Schmidt: Isenhart
  • Mary Shelley: Frankenstein

Gehört


  • Anthony Horowitz: Das Geheimnis des weißen Bandes

Rezensiert


Neu im Bücherregal


  • Anthony Horowitz: Das Geheimnis des weißen Bandes (Hörbuch)

Und sonst?


Diese Woche habe ich endlich Isenhart beendet und gleich mit Frankenstein angeschlossen. Damit sollte ich auch heute noch fertig werden. Damit habe ich das erste Buch für meine Read the … classics!-Challenge geschafft. Und irgendwie bin ich jetzt auf den Geschmack gekommen. Ich grübel schon, welches Buch ich als nächstes lese. In der engeren Auswahl befinden sich Stolz und Vorurteil und Der talentierte Mr. Ripley. Das ist schon komisch. Da hat man das ganze Regal voll von ungelesenen Büchern und dann kann man sich doch nicht entscheiden. Kennt ihr das? Welches Buch würdet ihr mir denn empfehlen?

Wie ihr gesehen habt, habe ich auch ein neues Hörbuch. Es wurde von vielen empfohlen und da es auch noch um Sherlock Holmes geht, musste ich einfach zugreifen. Damit habe ich Der Friedhof in Prag erst einmal auf Eis gelegt. Das liegt aber nicht daran, dass es mir nicht gefallen hat, sondern es ist einfach sehr umfangreich und anspruchsvoll und benötigt deshalb meine ganze Aufmerksamkeit. Dafür fehlt mir momentan einfach die Zeit. Deshalb versüße ich mir die nächsten Abende mit Das Geheimnis des weißen Bandes.

Ich wünsche euch noch einen entspannten Restsonntag!
Die Leserin.